Ein Projekt der Europäischen Akademie der Heilenden Künste e.V., Ostvorpommern, Klein Jasedow und der Zeitschrift Oya

Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes

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Auf dem Weg zum Oya-Festival

Das erste Oya-Festival 2012 in Klein Jasedow haben alle, die daran beteiligt waren, als eine erfüllende, intensive Zeit in Erinnerung. Die Organisation des Festivals hatte das Team der Europäischen Akademie der Heilenden Künste e.V., die am Ort unter anderem das Klanghaus unterhält, in Zusammenarbeit mit der Oya Medien eG in Klein Jasedow übernommen. Das Festival war von Anfang an nicht als einmalige Veranstaltung, sondern als Beginn einer Tradition gedacht. Im Jahr 2012 kamen wir in den Genuss einer Förderung durch die Kulturstiftung des Bundes. In diesem Jahr 2013 stehen uns keine Fördermittel zur Verfügung.

Diese Herausforderung haben wir zum Anlass genommen, die Eindrücke und Wünsche aus dem vergangenen Festival intensiv zu prüfen. Wir haben auf viele Stimmen von Menschen gehört, die beim ersten Mal mit Freude dabei waren und ihre konstruktiven Gedanken mit uns geteilt haben. Dabei wurde klar, dass wir das Oya-Festival in Zukunft als einen gemeinschaftlichen Prozess begreifen wollen – und nicht in erster Linie als ein Angebot, das die Menschen in Klein Jasedow für das Publikum von Oya und der Akademie vorbereiten. Auch das Festival 2012 war bereits nicht als Konsumveranstaltung gedacht. Es lebte aus den Beiträgen aller Beteiligten, und zahlreiche Unterstützterinnen und Unterstützer haben uns in der Auf- und Abbau-Woche tatkräftig geholfen. Dennoch waren wir Klein Jasedower selbstverständlich die Hauptverantwortlichen – und diese Tatsache hat auch den Ablauf der Tage stärker beeinflusst, als wir wollten.
Die Frage, die uns in den letzten Wochen bewegt hat und noch bewegt, ist: Können wir in Klein Jasedow wieder mit gutem Gewissen, mit Freude und ohne Selbstausbeutung für eine solche Veranstaltung Hauptverantwortliche sein, wenn wir wissen, dass es dafür in diesem Jahr keine Finanzierung gibt? Klar sind wir schnell zu der Erkenntnis gekommen, dass es absurd ist, die Entscheidung über das Oya-Festival von den Faktoren „Geld“ und „Stress“ abhängig zu machen, wo wir doch beständig in Oya über Demonetarisierung, Entschleunigung und Selbstorganisation schreiben! Müssten wir stattdessen nicht anders fragen: Wie könnte ein Oya-Festival auch ohne Förderung so gestaltet sein, dass es für alle – für das Organisationsteam wie für die Gäste – eine auf jeder Ebene schöne und fruchtbare Zeit gleichrangiger Teilhabe an Arbeit und Freude wird?

Diese Frage lässt sich nicht einfach beantworten, wenn wir alle Implikationen sorgfältig betrachten wollen: Wie kann Teilhabe für Menschen aussehen, die nicht am Ort leben? Wie können wir die Versorgung sichern, das Gelände vorbereiten und die Kommunikation mit den Anreisenden leisten, ohne uns wochenlang zu überarbeiten? Wie können wir ohne zu dominieren eine freundschaftliche, harmonisch-konvergente Atmosphäre schaffen, in der sich alle Teilhabenden aufgehoben fühlen, ohne sich produzieren zu müssen? Wie können wir den Geist des Orts aufnehmen und mit ihm zusammenwirken? Unübersehbar steht hier ein längerer Forschungsprozess an, der tatsächlich nicht nur das Festival betrifft, sondern allgemein das Zusammenwirken zwischen dem „Zukunftswerk Klein Jasedow“ – so nennen wir den gemeinschaftlichen Impuls der kulturkreativen Projekte am Ort – und den Freundinnen und Freunden aus der Oya-Leserschaft, die sich mit diesem Ort verbunden fühlen.
Deshalb haben wir uns nach intensivem Nachdenken folgendermaßen entschieden: Im Jahr 2013 laden wir nicht zu einem großen Festival ein. Vielmehr widmen wir die Zeit vom 6. bis 8. September der Suche nach Antworten auf diese Fragen. Diese Zeit soll ein offener Raum sein, in den sich Menschen einbringen, die längerfristig, aktiv und verantwortlich Projekte mitgestalten möchten, die das Zukunftswerk Klein Jasedow mit der Oya-Community verbinden – eines davon wird das Festival 2014 sein.

Für uns alle, die wir in und um Klein Jasedow leben, ist es ein großes Experiment, uns auf diesen offenen Raum einzulassen. Werden sich zwei, zwanzig oder mehr Menschen melden, wenn wir jetzt – Anfang Mai mit dem Erscheinen von Oya 20 – von dieser Herausforderung und Möglichkeit berichten?
Die Form, in der sich die Forschungszeit im September gestaltet, wird sich als Prozess gemeinsam mit allen Beitragenden entwickeln. Wir freuen uns auf einen Lernprozess mit Menschen, die über ihren eigenen Tellerrand hinausschauen können, die sich zur nachhaltigen Übernahme von Verantwortung in der Lage fühlen, die mit Respekt vor dem am Ort bereits Gewachsenen neue Ideen einbringen möchten und Freude daran haben, gemeinsam mit anderen an der Gestaltung einer rundum lebensfördernden Festlichkeit mitzuwirken.

Bei Interesse schreibt bitte eine E-Mail an Christine Simon, cs@eaha.org

Vom 7. bis zum 9. September fand in Klein Jasedow das erste Oya-Festival bei schönstem Spätsommerwetter statt – entstanden aus der Idee, Leserinnen und Leser der Zeitschrift Oya an den Ort einzuladen, an dem das Magazin hergestellt wird, um gemeinsam zu feiern und sich zu vernetzen. In Klein Jasedow steht auch das »Klanghaus« der Europäische Akademie der Heilenden Künste, die Konzerte und Weiterbildungen im Bereich Musiktherapie und Instrumentalmusik anbietet. Die Akademie war Trägerin des Oya-Festivals, und damit kamen zwei Impulse zusammen: Oya als ein Forum für vielfältige praktische Projekte und Diskussionen rund um den Wandel hin zu einer lebensfördernden Gesellschaft und die Akademie als ein Freiraum und Lernort für künstlerische Entwicklung. Das befruchtet sich gegenseitig, denn was ist die Erfindung neuer Lebens-, Wirtschafts- und Politikformen anderes als ein künstlerischer Prozess? So war das Oya-Festival vor allem ein Raum für kreative Prozesse, für die wir verschiedene »Orte« vorbereitet waren: Ein Ort fürs Geschichtenerzählen unter einem alten Apfelbaum, ein Steinkreis fürs Musikmachen auf elementaren Instrumenten, ein Stück ebene Wiese vor dem Klanghaus als Ort für Bewegung und Tanz und etwas weiter unterhalb am See standen am Platz der LanArt hölzerne Klangskulpturen, in die man sich hineinsetzen und lauschen konnte. Ein Teil der Campwiese war dem Spielen gewidmet, ein anderer der Kommunikation und Vernetzung und ein weiterer Bereich dem Kochen. Die benachbarte Wiese war der Ort für philosophische Gespräche, und wer genug vom Sprechen, Spielen, Kochen und Tanzen hatte, konnten sich an den Ort der Stille in einem verborgenen Erlenwäldchen am See setzen. An den Abenden wurde in und vor dem Klanghaus zu Konzerten mit der polnischen Folk-Gruppe Dikanda, dem Now!-Ensemble, der Sängerin Imke McMurtrie und dem Duo Contraire eingeladen. Alle Gäste und Beitragenden zum Festival haben das Wochenende in vollen Zügen genossen. An dieser Stelle lädt ein Film und eine Fotogalerie dazu ein, die Erinnerungen lebendig zu halten und sich auf ein weiteres Oya-Festival zu freuen.

Karte

Klein Jasedow liegt mitten im Lassaner Winkel, im südlichen Küstenstreifen vor der Insel Usedom, knapp 20 Kilometer nordöstlich der Stadt Anklam. Mit seinen 50 Einwohnern ist Klein Jasedow das kleinste Dorf im neuen Gemeindegebiet des Hafenstädtchens Lassan. Stille Seen, lichte Wälder und sanfte Hügel machen diese Landschaft zu einem besonders schönen Ort.

Seit den 90er Jahren leisten dort KünstlerInnen, Medienspezialisten und Handwerker Pionierarbeit für den Aufbau des Dorfes wie der umgebenden Region. So entwickelten sich neue Formen von gemeinschaftlichem Zusammenleben der Generationen, von künstlerischer Gestaltung, Bildung, selbstbestimmtem Lernen und Arbeiten. Aus diesem lebendigen Kulturimpuls entstand eine Vielfalt selbstverwalteter Unternehmen, Initiativen und Vereine, die heute in Klein Jasedow und den umgebenden Orten ansässig sind und gemeinsam ein weites Netzwerk von nachbarschaftlich und überregional engagierten Menschen bilden.

Das Festivalgelände umfasst eine ca. 1,3 Hektar große Campwiese, das Seeufer, das »Klanghaus« am See und ein großes, ihm gegenüberliegendes Stallgebäude.

Impressum

Oya Medien eG
Am See 1
17440 Klein Jasedow

Kaufmännische Leitung: Lara Mallien
Aufsichtsratvorsitzende: Christiane Wilkening

Inhaltlich Verantwortlicher gemäß § 6 MDStV:
Lara Mallien, Tel: (03 83 74) 7 52-13, E-Mail: lara.mallien@oya-online.de

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